Nick Woodland

Foto: Stefan Grabl
Foto: Stefan Grabl

Hartnäckig  hält  sich  das  Gerücht, Nick Woodland habe ein Angebot der Rolling Stones abgelehnt.  Zu  Legenden,  ein  allzu  oft  überstrapaziertes  Wort, das man auf den Gitarrenvirtuosen mit fast 50 Jahren Bühnenerfahrung   jedoch   getrost anwenden kann, gehören nun
mal solche Geschichten. Auch wenn diese Anekdote ein Mythos ist, zündete „der lässigste, beste und vielseitigste Rhythm’n’Blues - Gitarrist weit und breit“ (Süddeutsche Zeitung)  eine  große  Karriere:  Als  der  in  London  geborene  Sänger  und Gitarrist  in  den  70er - Jahren  nach  München  kam,  war  die  bayerische Landeshauptstadt     gerade     auf     dem     Weg,     eine     dynamische Musikmetropole    zu    werden.    Hier    fand   Woodland    den    perfekten Nährboden für seine kreative Arbeit.Als  ebenso  versierter  wie Musiker  stand  Nick  Woodland zusammen   mit   Pop-Größen   wie   Boney   M.,   Donna   Summer,   der Punkrock-Band „The Clash“ oder der Jazz-Ikone Herbie Mann im Studio und  schrieb  Musikgeschichte.  In  Deutschland  kennt  man  ihn  auch  als kongenialen Bühnenpartner des bayerischen Musikers und Kabarettisten Georg    Ringsgwandl    sowie    als    Bandmitglied    von    Marius    Müller-Westernhagen,  mit  dem  er  jahrelang  durch  die  Stadien  der  Republik tourte. Jene  bewegte  Vita  machte  Nick  Woodland  zu  der  eigentümlich-aparten Mischung  aus  schwarzem britischen  Humor  und  bayerischem  Querkopf, die ihn    heute    auszeichnet.    Optisch    unverkennbar    durch    seine Markenzeichen,  den  schwarzen  Zylinder  und  die  schmale  Nickelbrille, gehört  er  zu  den  wenigen  Musikern,  denen  Kritiker  genreübergreifend einen wirklich eigenen und unverwechselbaren Stil zugestehen –und das zu  Recht!  Die  Süddeutsche  Zeitung  beispielsweise  sagt  über  seine Stimme,  die  er  zwar  sparsam,  aber  sehr  effizient  einsetzt,  sie  läge „irgendwo zwischen Bob Dylan und John Mayall, mit einem Schuss Eric Clapton“. Genau  dieser  authentische  und  originelle  Stil  spiegelt  sich  auch  in  der Besetzung  von  Nick Woodlands  Band  wider,  mit  der  er  seit  fünf  Jahren erfolgreich auf der Bühne steht: Bass spielt Tom Peschel, der mit seinen gefühlvollen  Lines  die  lässige  Grundlage  für  Woodlands  Höhenflüge  an der  Gitarre  legt.  Für  den  Groove  ist Chris  Stöger zuständig,  der  sein Drumset    in    einem    Facettenreichtum    zu    bedienen    weiß,    der seinesgleichen   sucht.   Und   schließlich   ist   da   noch  Woodlands   alter Weggefährte: der in der Szene bestens bekannte Klaus Reichardt an den Keyboards  und  der  Pedal  Steel  Guitar,  die  dem  Sound  der  Band  noch einmal  eine  ganz  ureigene  Note  verleiht.  Das  musikalische  Ergebnis dieser wohldurchdachten Mischung ist rau, erdig und abwechslungsreich: dreckiger  Blues,  temperamentvoller  Country  und virtuoser  Folk,  gewürzt mit Reggae-und Surf-Rock-Anleihen. Kurz:  Ein  Sound  irgendwo   zwischen  Mississippi-Delta  und  Highway durchs  Alpenvorland. Ganz  kurz:  Ein  Pflichttermin  nicht  nur  für  Blues-Fans!